Die große Sammlung alter Meister im Rijksmuseum in Amsterdam umfasst Werke von Rembrandt van Rijn aus unterschiedlichen Schaffensperioden dieses wohl berühmtesten der holländischen Künstler des 17. Jahrhunderts. Kaum ein Maler weiß derart zu faszinieren. Darum bietet Kukullus eine abwechslungsreiche Führung im Rijksmuseum an, die sich auf Rembrandts Gemälde und sein privates wie künstlerisches Umfeld konzentriert.
Rembrandt wuchs in Leiden auf, besuchte dort die Lateinschule und war sogar an der Universität eingeschrieben. Nach einer Lehrzeit bei dem Maler Jacob van Swanenburgh in Leiden und einigen Monaten bei Pieter Lastman in Amsterdam öffnete Rembrandt in Leiden sein eigenes Atelier. In dieser Zeit arbeitete er eng mit seinem Freund und Kollegen Jan Lievens zusammen, einem „Wunderkind“ in der Malerei, mit dem Rembrandt sich vielleicht sogar ein Studio teilte. Das Rijksmuseum zeigt einige in dieser Zeit entstandene interessante Werke der beiden jungen Talente Lievens und Rembrandt.
Mit 25 Jahren zieht Rembrandt um ins aufstrebende Amsterdam, eine Handelsmetropole von Weltbedeutung. Hier gewinnt er bald die Sympathien hochrangiger Auftraggeber, die ihre Porträts bei ihm bestellen. In dieser Museumsführung können wir einige besondere Gemälde aus dieser Zeit beleuchten.
Führung zu Rembrandt – als Künstler und als Mensch
Seit seinem schlagzeilenträchtigen Ankauf 2022 lässt sich Rembrandts imposanter Fähnrich von 1636 in der Sammlung des Rijkmuseums bewundern. Einen Höhepunkt erreicht seine Karriere mit der so genannten Nachtwache, dem unbestrittenen Hauptwerk in der Sammlung des Rijksmuseums, für die beim Bau des Museums ein eigener Saal eingerichtet wurde. Rembrandt hatte kurz zuvor ein teures Haus an der Sint Antoniesbreestraat in Amsterdam bezogen, in einem Viertel, in dem sich auch viele andere namhafte Maler angesiedelt hatten. Heute ist hierin das Museum Rembrandthuis untergebracht. In den fünfziger Jahren des 17. Jahrhunderts sank Rembrandts Stern jedoch und er geriet zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, die schließlich seine Insolvenz zur Folge hatten. Ein Drama für den Künstler, jedoch ein Glücksfall für die Kunstgeschichte, denn sie versieht uns mit einzigartigen zeitgenössischen Dokumenten.

Rembrandt, Gemälde einer jungen Frau, für die vermutlich seine Ehefrau Saskia Modell stand. Rijksmuseum Amsterdam
Hinzu gesellten sich persönliche Tiefschläge und Todesfälle in der Familie. Dies beginnt mit dem Tod seiner jungen Ehefrau Saskia 1642 und ist mit dem seiner langjährigen Lebensgefährtin Hendrickje Stoffels, die der Pest zum Opfer fällt, noch nicht vorüber. Rembrandts künstlerischer Schaffensdrang blieb jedoch ungebrochen und sein Alterswerk umfasst einige besondere Highlights seines Werkes. Unter diesen ragen im Rijksmuseum die so genannten Staalmeesters (die Vorsteher der Amsterdamer Tuchmacherzunft) heraus, wie auch die so genannte „jüdische Braut“, in der wir wohl ein Portrait historié eines Paares sehen dürfen, das sich als Isaak und Rebecca verewigen ließ. Rembrandts eindringliches Selbstbildnis als Apostel Paulus stellt bildet ein eindrucksvolles Beispiel eines seiner vielen Selbstporträts, mit denen er schonungslos seinen eigenen Alterungsprozess dokumentierte.
Die berühmten lebensgroßen Porträts von Maarten und Oopjen verliehen nach ihrem gemeinsamen Ankauf durch den niederländischen und französischen Staat der Ehrengalerie des Rijksmuseums einige Jahre lang zusätzlichen Glanz. Rembrandt malte sie in seinen frühen Amsterdamer Jahren. Inzwischen sind Maarten und Oopjen vorübergehend in das Musée du Louvre in Paris umgezogen. Denn beide Museen wechseln sich darin ab, dieses junge und wohlhabende Amsterdamer Paar auszustellen. Wenn sie zeitweilig wieder in Amsterdam zu sehen sind, können diese Porträts wieder zu echten Höhepunkten unserer Rembrandt-Tour im Rijksmuseum werden und als Wegweiser zu seinem spektakulären Meisterwerk der Nachtwache weiter hinten im Saal dienen.
Unsere Rembrandt-Führung im Rijksmuseum gibt einen anschaulichen Überblick über das Lebenswerk des Künstlers. Zumindest seines gemalten Œuvres. Rembrandt schuf auch zahlreiche faszinierende Radierungen und war ein begnadeter Zeichner. Diese Werke auf Papier werden ihrer Empfindlichkeit wegen jedoch nur sporadisch gezeigt. Doch das schmälert den Kunstgenuss während dieser Führung nicht, die mit Gemälden von Zeitgenossen, Lehrlingen und Mitarbeitern Rembrandts vervollständigt werden kann. Und natürlich besteht Gelegenheit für Ihre eigenen Fragen und Beobachtungen.

